Wenn die Knochen immer dünner werden – Welttag der Osteoporose

Auf die Volkskrankheit Osteoporose, auch als Knochenschwund bezeichnet, macht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 1998 jedes Jahr mit dem Welttag der Osteoporose am 20. Oktober aufmerksam. Bei der Alterserkrankung der Knochen nimmt die Knochendichte zunehmend ab, und das Risiko eines Knochenbruchs stark zu. Die National Osteoporosis Society (NOS) in England rief 1996 den Welttag der Osteoporose ins Leben, um Betroffenen Mut zu machen, Hilfestellung zu geben und Angehörige und Interessierte über Prophylaxe und Therapien zu informieren.

Worum es geht

Osteoporose ist eine chronische Erkrankung des Skelettsystems, bei der die Mikrostruktur des Knochens gestört wird. Die Knochen werden porös und anfällig für Frakturen. Vor allem die Wirbelsäule und der Oberschenkelhals zählen hierbei zu den problematischsten Bereichen. Nicht ohne Grund hört man immer wieder von älteren Patienten, die sich wegen eines Sturzes gleich den Oberschenkelhals gebrochen haben und sich einfach nicht mehr davon erholen.

Oberschenkelhalsbruch
Oberschenkelhalsbruch © psdesign1

Bereits ein leichter Sturz bei Frauen im fortgeschrittenen Alter kann gefährlich sein – schnell kann der Oberschenkelhals unterhalb des Hüftkopfs brechen, erst recht bei diagnostizierter Osteoporose. Es muss dann schnell gehandelt werden, da mit jedem Tag Ruhe auch weiterhin stützende Muskelmasse schwindet. In den meisten Fällen wird bei einer operativen Behandlung älterer Patienten eine hüftkopfersetzende Operation durchgeführt. Dabei kommt entweder eine Hüftkopfprothese oder eine totale Endoprothese (TEP) zum Einsatz, und die Patientin ist recht schnell wieder auf den Beinen.

Rund sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden an Osteoporose – rund 80 % davon sind Frauen!

Was das Sexualhormon damit zu tun hat

Frauen sind besonders anfällig für Osteoporose, da nach den Wechseljahren der Östrogenspiegel sinkt und dadurch der Knochenstoffwechsel massiv gestört wird. 90 % aller Osteoporose Erkrankungen sind hormonell bedingt. Durch die fehlenden Sexualhormone erfolgt der Knochenabbau schneller als der Knochenaufbau.

Die Folge: Die Knochen werden brüchig. Bei Männern spielt das männliche Sexualhormon Testosteron durchaus auch eine Rolle – nur dass sich Testosteron langsamer abbaut als Östrogen.

Was sind die bekannten Ursachen für Osteoporose?

Ca. bis zum 30. Lebensjahr nimmt die Knochenmasse zu. Ab dem 40. Lebensjahr überwiegt der Knochenabbau. Ein allgemeiner Mangel an Kalzium und Vitamin D kann zu brüchigen Knochen oder im Wachstumsstadium zu einer ungenügenden Knochenbildung führen. Erkrankungen wie Magersucht oder chronische Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn können als Folge Osteoporose begünstigen. Auch eine Strahlen- und Chemotherapie im Falle einer Krebsbehandlung kann Knochen schädigen.

Natürlich ist wie immer auch der eigene Lebensstil mit verantwortlich. Wer viel Alkohol trinkt und Zigaretten raucht, der schädigt die knochenaufbauenden Zellen. Nikotin beschleunigt den Abbau von Östrogen, und Alkohol behindert die Aufnahme von Kalzium im Darm. Mangelnde Bewegung fördert Osteoporose, denn nur wer Knochen beansprucht, kann Knochenmasse halten oder aufbauen. Achtung beim BMI (Body Mass Index): Dieser sollte nicht unter den Wert 20 fallen. Dann ist nämlich nicht nur das Gewicht gering, sondern auch die Muskelmasse. Wenig Muskelmasse hat eine geringere Knochendichte zur Folge.

Osteoporose
Osteoporose: Das Knochengewebe wird porös und brüchig (links gesunder Knochen, rechts vollständige Osteoporose © crevis / Fotolia

Wie wird Osteoporose diagnostiziert?

Eine Osteoporose im Anfangsstadium (klinische Osteoporose) kann nur durch die Messung der Knochendichte festgestellt werden. Das Standardverfahren ist die DXA-Methode (Abkürzung für den englischen Begriff „Dual Energy X-Ray Absorptiometry“), ein Röntgenverfahren mit besonders niedriger Strahlenbelastung.

Was kann ich tun, um meine Knochen zu unterstützen?

  • Achten Sie auf ausreichende Bewegung (z.B. Wandern, Joggen oder Ballsport)!
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und kalziumreich!
  • Nehmen Sie ein Sonnenbad! 25 Minuten an der frischen Luft helfen dem Körper bei der Produktion von Vitamin D. Fisch, Fleisch, Eier und grünes Gemüse liefern ebenfalls viel Vitamin D.
  • Besprechen Sie eine mögliche medikamentöse Therapie mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • Verzichten Sie auf Alkohol und Nikotin!

Wenn Sie betroffen oder am Thema interessiert sind, so informieren Sie sich am Welttag der Osteoporose am 20. Oktober 2018, und nehmen Sie an den vielen bundesweit angebotenen Veranstaltungen teil.

Weiterführende Informationen erhalten Sie auch beim Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e.V. (BfO), ein Dachverband für rund 300 Selbsthilfegruppen in ganz Deutschland mit rund 15.000 Mitgliedern. Schauen Sie sich hier den Informationsfilm an.


von Debora Pape. 20.10.2018